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Club Marvy – Boho-Chic an der türkischen Ägäis

Die Türkei gehört schon seit vielen Jahren zu einem der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Auch ich war seit meiner Kindheit schon elf mal dort und immer in der Region Antalya. Mein Mann und ich wollten aber auch unbedingt mal andere Ecken der Türkei entdecken und entschieden uns für die türkische Ägäis, die insbesondere für türkische Urlauber ein beliebtes Reiseziel ist.

Inhaltsverzeichnis

Auswahlkriterien bei der Unterkunftssuche

Da wir unbedingt Ephesus besuchen wollten, schauten wir uns in der Gegend von Izmir um. Bei der Unterkunftssuche fiel auf, dass dort deutlich weniger All-Inclusive-Hotels zu finden sind als beispielsweise an der türkischen Riviera. Ähnlich wie bei der Hotelsuche für unsere Kreta-Reise, waren uns folgende Kriterien wichtig:

  • direkte Strandlage / hoteleigener Strand
  • kostenfreies WLAN
  • All Inclusive
  • modernes, gepflegtes Hotel
  • mindestens 4 Sterne
  • Umsetzung von Corona-Maßnahmen / bestehendes Hygiene-Konzept
  • bestenfalls Adult-Only
  • nahe Ephesus

Unsere Wahl – Club Marvy

Bei der Suche waren wir uns schnell einig, dass unsere Wahl auf den Club Marvy fallen würde, einem gehobenen 5-Sterne-All-Inclusive-Hotel an der Bucht von Kesre. Das Hotel liegt am Rand des Orts Özdere, ca. 45 Minuten vom Flughafen Izmir und ca. 30 Minuten von Ephesus entfernt.

Der Club Marvy ist mit einem Mix aus Boho-Chic und einem Hauch Industrial ein echter Hingucker. Auch wenn der Club Marvy kein Adult-Only-Hotel ist, gibt es einen privaten Strand samt Bar und Restaurant die +18 sind.

Das „Safe Tourism“-Zertifikat, die Online-Bewertungen und aktuelle YouTube-Videos versprachen dazu ein umgesetztes Hygienekonzept.

Kostenfreies WLAN stellt das Hotel selbstverständlich ebenfalls zur Verfügung, was für die hoteleigene App auch benötigt wird. Mit der Club Marvy App hat man alle nötigen Infos innerhalb weniger Sekunden zur Hand. Besonders hilfreich sind der Hotelplan, die Übersicht der Restaurants inkl. der Menükarten und der Programme für Kinder, Jugendliche, Freizeitaktivitäten und abendliche Musikprogramme. Über die App können zudem die Restaurants reserviert werden und Getränke an Pools und Stränden bestellt werden.

Hotelanlage

Blick vom Steg an der Iskele Bar auf die eine Hälfte der Hotelanlage

Obwohl das Hotel mit einer Fläche von ca. 73 Hektar (laut Hotel-App), 339 Zimmern, 3 Penthäusern, 2 Pools, 2 Privatstränden, einem Aquapark, 7 Restaurants, einem Fitnessstudio und vielem mehr, sehr groß ist, wirkt es nicht wie ein großer Hotelbunker. Aufgrund der Weitläufigkeit und den teils steilen Hügeln, wird ein kostenfreier Shuttle-Service mit kleinen E-Mobilen geboten. Meist mussten wir keine 5 Minuten warten, bis ein E-Mobil vorbeifuhr und uns zu unserem gewünschten Ziel brachte.

Wegweiser zur Orientierung

Über die Anlage verteilt zwischen Felsen finden sich heimische Palmen, Olivenbäume, Pinien und verschiedene Blumen.

Auch in Hinblick auf die Wohngebäude bekommt man den Eindruck, dass man sich bei der Architektur mehr an die Natur angepasst hat, als die Natur an die Gebäude. Viele Balkone wurden um die Bäume herumgebaut, sodass so viele wie möglich erhalten bleiben konnten.

Auch die Dekoration fügt sich perfekt in das Boho-Konzept ein, denn hier und da finden sich antike Gerätschaften, Karren, Tontöpfe und vieles mehr.

Wie in so ziemlich jedem Hotel, in dem ich bisher war, beherbergt der Club Marvy auch einige Hotel-Shops. Angelegt wie eine kleine Einkaufstraße finden sich

  • der „Marvy Cuisine Shop“ mit Olivenölen, hausgemachten Marmeladen, getrockneten Früchten und vielem mehr,
  • der „Marvy Shop“ unter anderem mit Heimtextilien und Strandtaschen,
  • der Shop „Contemporary Jewelry“ mit einzigartigen, handgemachten Schmuckstücken,
  • ein normaler „Market“, der verschiedene Drogerieartikel, Spielzeuge und ähnliches bietet,
  • ein „Berber“ für die männlichen Gäste und
  • der Shop „Summer Splash“, in dem man unter anderem Kleidung, Taschen, Sonnenbrillen und Schmuck findet.
„Einkaufsstraße“ im Club Marvy

Alleine optisch machen die Hotel-Shops schon deutlich mehr her, als alles was ich von anderen Hotels bisher kannte – allerdings ist nicht nur die Optik ein Hingucker, sondern auch der Preis.

Zimmer

Das Hotel bietet eine ganze Reihe an verschiedenen Zimmern an. Neben Standard Doppelzimmern, gibt es auch unterschiedliche Familienzimmer mit Garten- oder Meerblick. Die Zimmer sind auf der Homepage des Club Marvy teils inklusive Grundrisszeichnung aufgelistet. Wir wollten ein „Premium Comfort Adults Only (Partial) Sea View“ buchen. Leider benennen die Reiseveranstalter die Zimmer immer unterschiedlich. Wir buchten letztendlich über Jahn Reisen ein „Doppelzimmer Premium seitlicher Meerblick“. Von „Adult-Only“ war beim Reiseveranstalter keine Rede, aber wir erhielten genau das, was wir uns wünschten.

Die Zimmer sind in einem Mix aus Industrial und Boho eingerichtet. Unser Bett bestand aus einer Matratze, die auf dem Boden lag. Leider war die Matratze recht weich, was grundsätzlich kein Problem für uns ist, allerdings war sie auch schon etwas durchgelegen. Zudem fehlte ein Stuhl oder Hocker, da die Konsole hinter dem Bett einen eingebauten Schminkspiegel enthält, der ohne Sitzgelegenheit davor nicht wirklich nutzbar war.

Das Zimmer bot neben einem Safe auch noch eine Minibar, die täglich mit Cola, Bier, Mineralwasser, Fanta, und „Marvy-Drinks“ (Softdrinks mit kaum definierbarem Geschmack) gefüllt wurden.

Obwohl wir nur seitlichen Meerblick gebucht hatten, erhielten wir – zumindest für meine Begriffe – einen vollständigen Meerblick. Insbesondere am Abend konnte man mit traumhaftem Ausblick auf dem Balkon sitzen, wenn man mal keine Lust sich vom abendlichen Unterhaltungsprogramm berieseln zu lassen und unter Leuten an einer Bar zu sitzen. Obwohl der Adult-Only-Bereich am weitesten von den meisten Bars und Restaurants entfernt ist, war es abends dennoch manchmal recht laut, sodass die Musik je nach Veranstaltungsort selbst bei geschlossener Balkontür in unser Zimmer schallte.

Restaurants & Bars

Neben dem Hauptrestaurant gibt es 6 à la carte Restaurants, 3 Snack Restaurants, eine Eis Bar und eine Bar & Patisserie. Außerdem stehen 7 Bars, die teilweise auch als Restaurants am Abend dienen, zur Verfügung. Reservierungen für die à la carte Restaurants müssen zwischen 9:00 bis 15:00 Uhr für denselben Tag über die App oder an der Rezeption gemacht werden. Meines Wissens nach haben alle Restaurants und Bars täglich geöffnet.

Während unseres Aufenthalts haben wir leider nur wenige besuchen können, da wir 2 Tage nach Ankunft eine Erkältung bekamen, dazu aber später mehr. Dennoch versuche ich alle im folgenden einmal vorzustellen.

Hauptrestaurant

„Aegean cuisine, which combines thousands of greens sprouting from its fertile land with the abundance of the sea, gets richer and tastier when shared. […] Whatever you choose from the menu, has a locally unique taste that reflects the warm Aegean climate and abundance. The main restaurant at the heart of Marvy appeals to every palate with its meat, fish and oven prepared meals selections.“

Club Marvy App > culinary > main restaurant

Das Hauptrestaurant liegt im Herzen des Hotels gleich hinter bzw. unter der Lobby. Es bietet eine Variation an traditionell ägäischen Gerichten (für mich waren es einfach türkische Speisen), frisch gegrilltem Gemüse, Fleisch und Fisch, Pizzen, Suppen, Salaten und häufig auch asiatischen Gerichten. Obwohl wir das Essen gelegentlich als zu ölig empfanden, haben wir selten so gutes Hotelessen genießen dürfen! Insbesondere das Dessert-Buffet hat uns positiv überrascht. In der Türkei esse ich meist nur Baklava zum Nachtisch, da die meisten Kuchen und puddingartigen Nachspeisen zu süß und künstlich schmecken, hier allerdings konnte ich mich manchmal gar nicht entscheiden und nur ein mal war ein Nachtisch nicht nach meinem Geschmack!

Öffnungszeiten

Frühstück: 7:00 – 11:00 Uhr
Mittagessen: 12:30 – 14:30 Uhr
Abendessen: 19:00 – 21:30 Uhr
Mitternachtssnack: 23:00 – 2:00 Uhr

Brot-Theke, mit überraschend vielfältiger Auswahl

Das Hauptrestaurant hat sowohl drinnen Sitzplätze, als auch draußen, wobei dort einige Tische als Rauchertische ausgewiesen sind. Insbesondere draußen kamen einen gerne Katzen besuchen und wollten entweder etwas Essbares schnorren oder sich einfach einige Streicheleinheiten abholen. Wen das stört, der sollte sich womöglich besser drinnen platzieren, denn sowohl die meisten Gäste, als auch das Personal scheuchen die Tiere nicht weg.

Değirmen (+18)

„Değirmen Restaurant is where you find meals prepared with the products (vegetables, meats, fruits and condiments) of the first and only Organic Farm in the region, Gürsel Tonbul Değirmen Farm.“

Club Marvy App > culinary > à la carte restaurants > değirmen

Bei dem Değirmen handelt es sich um ein „Adults Only Restaurant“, das um eine historische Windmühle gelegen ist, am höchsten Punkt am Kesre Bay. Die Gerichte werden mit Produkten aus der einzigen organischen Farm in der Region, der Gürsel Ronbul Değirmen Farm, zubereitet. Ich weiß zwar bis heute nicht, was genau ich mir unter einer organischen Farm vorstellen soll, aber klingt erstmal fancy.

Morgens kann man dort, sofern man ein „Adults Only“ Zimmer gebucht hat, ein traditionell türkisches Frühstück bekommen. Das Frühstück wird in einer tapasähnlichen Form gereicht, dazu kann man verschiedene türkische Eierspeisen bestellen. Obwohl das Frühstück ein interessantes Erlebnis mit wunderschönem Ausblick war, waren die Speisen nicht ganz so unser Geschmack.

Der Stil des Hotels zieht sich auch durch dieses Restaurant und gibt eine gemütliche, rustikale Atmosphäre.

Auch ein Abendessen haben wir dort zu uns genommen, doch auch diese Speisen konnten uns geschmacklich nicht ganz überzeugen, zudem waren die Portionen wirklich klein – man sollte definitiv jeden angebotenen Gang nutzen.

Öffnungzeiten

Frühstück: wir haben leider keine Ahnung was die genauen Öffnungszeiten sind, auch in der App steht es nicht, aber wir waren gegen 9:30 Uhr da
Abendessen: 19:00 – 22:00 Uhr

Kesre Bay (+18)

„Kesre Bay Restaurant (+18) offers plenty of seafood alternatives, summer fries, salads and dessert combined with traditional Aegean culinary with modern touches.“

Club Marvy App > culinary > à la carte restaurants > kesre bay restaurant
Club Marvy App > culinary > snack restaurants > kesre bay snack restaurant

Am Kesre Bay finden sich sowohl das Kesre Bay Restaurant, das zur Mittagszeit auch als Snack Bar dient, als auch die Kesre Bay Lounge Bar.

Öffnungszeiten

Snack Bar: 13:00 – 16:30 Uhr
Restaurant: 19:00 – 22:00 Uhr
Lounge Bar: 10:00 – 0:00 Uhr

İskele

„İskele Meyhane was inspired by traditional tavern culture and accompanied by the melody of old songs, recreates the atmosphere of another time with its meze made of Aegean herbs, cold dishes made with specially produced olive oil, fish dishes and organic wine and Raki list…“

Club Marvy App > culinary > à la carte restaurants > iskele meyhane

Auf dem Steg im Club Marvy findet sich zum einen tagsüber die İskele Bar, die sich zum Abend zum İskele Meyhane Restaurant verwandelt. Leider haben wir das Restaurant bei unserem Urlaub nicht besucht (ebenfalls aufgrund unserer Erkältung). Eigentlich schade, denn auf dem Steg direkt über dem Meer zu essen stelle ich mir sehr gemütlich vor. Abends leuchten super viele Lichterketten und tauchen das Restaurant in eine gemütliche, maritime Atmosphäre.

Öffnungszeiten

Bar: 10:00 – 18:00 Uhr
Restaurant: 19:00 – 22:00 Uhr

Blick von Weitem auf den Steg mit dem Iskele Meyhane / der Iskele Bar

Buono Italiano

„Buono.Italiano’s enthralling menu is made up of local ingredients and a unique harmony of delicacies specific to Aegean and Italian cuisine.“

Club Marvy App > culinary > à la carte restaurant > buono.italiano by cristina bowerman

Das Restaurant-Highlight des Hotels soll das Buono Italiano sein, das von der Michelin-Sterne-Köchin Cristina Bowerman beaufsichtigt wird. Optisch ist es wirklich sehr schickt – doch die Preise haben uns davon abgehalten dort einen Abend zu verbringen. Antipasti mit Preisen von 10€ bis 20€, erste und zweite Gänge, die im Durchschnitt gut 30€ kosten sollen, Desserts, die zwischen 6€ und 14€ liegen, oder einem Menü für 75€, waren es uns ehrlich gesagt nicht wert – zumal das Essen ohnehin im Hauptrestaurant schon sehr gut war. Auch die Getränke lässt sich das Restaurant gut bezahlen. Lediglich der Standard-Hotelwein kostet laut Menü nichts, aber selbst Wasser liegt schon bei 7€, Bier bei 9€ und ein Wein kostet sogar 452€. Ob es Softdrinks zu bestellen gibt – wovon ich ausgehe, da es auch ein Kindermenü für 15€ gibt – wird aus der Club Marvy App nicht ersichtlich.

Zu den Öffnungszeiten steht aktuell nichts in der Club Marvy App.

Buono Italiano on the beach

„Buono.Italiano will take you to a culinary trip all the way to Italy with its delicious tastes supervised by Michelin-star Chef Cristina Bowerman.“

Club Marvy App > culinary > snack restaurants > buono on the beach

Das Buono Italiano on the beach dient die meiste Zeit über als Strandbar, zur Mittagszeit zusätzlich noch als Snack Bar und liegt direkt am Marvy Strand. An Snacks werden hier lediglich eine kleine Auswahl an Pizzen geboten, darunter Alla Napoletana, Margherita, Ai Quattro Formaggi und einer Vegan. Auch zu dieser Snack Bar kann ich leider keine persönliche Erfahrung teilen, allerdings war sie immer sehr gut besucht.

Öffnungszeiten

Bar: 10:00 – 23:00 Uhr
Snack Bar: 12:30 – 15:30 Uhr

Luvi Bar

„You will feel like you are on a street in an Aegean town – right at the centre of Marvy…“

Club Marvy App > bars > luvi bar

Direkt unter dem Außenbereich des Hauptrestaurants liegt neben einer Patisserie die Luvi Bar. Gemütlich mit einem Cocktail konnte man hier den Abend ausklingen lassen. Gelegentlich sind hier oder weiter unten am Pool auch Musiker aufgetreten.

Öffnungszeiten

täglich 10:00 – 1:00 Uhr

Lobby Bar

„Right beneath the Tree of Life, a tremendous „hello“ to your holiday…“

Club Marvy App > bars > lobby bar

Im Eingangsbereich des Hotels findet sich die Lobby Bar, die 24/7 geöffnet hat. Hier findet sich ein Mix aus Minimalismus, Vintage, Industrial, Boho und moderner Kunst, der mir besonders gut gefallen hat.

Öffnungszeiten

täglich 0:00 – 24:00 Uhr

Sonstige Restaurants & Bars

Neben den bereits vorgestellten Restaurants und Bars, gibt es noch einige weitere, von denen wir leider nicht so viele Fotos geschossen haben.

Direkt neben der Luvi Bar und dem Marvy Atelier liegt das B’artisan & Patisserie. Dort gibt es zum Nachmittag Kaffee, Tee und Gebäck.

B’artisan & Patisserie

Auf einem Hügel gelegen, zwischen dem Marvy Bay und dem Kesre Bay, liegen gleich mehrere Restaurants und Bars, nämlich das Restaurant Boa Grill & Burger House, das Mittags als Boa Snack Bar dient, das The Cut Steak House, das eine Extragebühr von 10 € pro Person kostet, den Ice Cream Shop und nebenan gleich die Stage Bar, wo abends auf einer Bühne auch häufig Musiker auftreten.

Zudem gibt es zwischen Marvy Bay und Marvy Pool noch die Marvy Bay Pool Bar.

Öffnungszeiten

B’artisan & Patisserie: 16:30 – 17:30 Uhr
Boa Grill & Burger House: 19:00 – 22:00 Uhr
Boa Snack: 13:00 – 16:30 Uhr
The Cut Steak House: 19:00 – 22:00 Uhr
The Stage Bar: 10:00 – 0:00 Uhr
Ice Cream Shop: 13:00 – 16:30 Uhr
Marvy Bay Pool Bar: 9:00 – 18:00 Uhr

Unsere Meinung

Insgesamt waren wir von den Speisen positiv überrascht, auch wenn manche nicht ganz unser Geschmack waren. Neben einigen Standard-Gerichten, die es täglich beim Buffet gab, gab es viele landestypische Speisen, die steht frisch zubereitet wurden. Besonders das gegrillte Fleisch und Gemüse hatte es uns angetan.

Die Cocktails hingegen waren in den meisten Fällen leider fast ungenießbar und das obwohl wir hauptsächlich Klassiker wie Mojito und Moskow Mule bestellten. Augenscheinlich wurde zwar Markenalkohol verwendet, aber die Cocktails schmeckten meist nach Alkohol und Wasser. Der Mojito wurde nur mit viel zu wenig und weißem Zucker zubereitet und die Limetten gelegentlich durch Zitronen ersetzt und nur selten zerstampft. Minze fand sind auch nur selten in den Gläsern. Nach einigen Enttäuschungen wechselten wir zu Pils und Radler. Insbesondere das Radler war stets für meinen Geschmack perfekt gemischt.

Was uns stark überraschte war, dass es in keinem der Restaurants und Bars Süßstoff gab! Auch auf Anfrage an der Rezeption schaute man uns bei dem Begriff „Sweetener“ nur verständnislos an, bis ich die türkische Übersetzung „Tatlandırıcı“ nannte. Man teilte uns mit, dass es Süßstoff im Hotel nicht gäbe und wir welchen in der Apotheke an der Straße bekämen (wo wir übrigens auch nur mit dem türkischen Begriff weiterkamen). Wer also Diabetiker ist oder einfach Kalorien sparen möchte, sollte von zu Hause Süßstoff mitnehmen oder sich im Vorhinein welches in der Apotheke kaufen.

Pool

Die Pools im Hotel haben wir nur sehr selten genutzt. Läuft man die „Einkaufspassage“ entlang, steuert man direkt auf das Meer zu, vor dem der Marvy Pool liegt. Durch die vielen Restaurants, Bars und den Strand in der Umgebung ist es hier allerdings etwas belebter.

Der Infinity Pool ist ein kleines Highlight im Club Marvy und befindet sich höher gelegen recht mittig auf dem Hotelgelände. Der Ausblick – besonders vom Rande des Pools aus – ist wirklich schön. Es stehen hier nur relativ wenig Liegen zur Verfügung, die während unseres Besuches aber nie völlig belegt waren. Zur Stage Bar muss man einen kleinen Fußmarsch antreten, allerdings gibt es auch hier eine Bestellmöglichkeit über die Club Marvy App.

Strand

Der Club Marvy bietet seinen Gästen zwei Strände an, wobei der Kesre Bay Strand ein Adult-Only-Strand ab 18 ist.

Der Marvy Bay Strand liegt wie bereits erwähnt hinter dem Marvy Pool. Vom Strand aus erreicht man auch einen Steg mit Liegen, auf dem auch das Iskele Restaurant liegt. Ein kleiner Wassersport-Anbieter befindet sich ebenfalls dort, von dessen Anbietern man aber nicht gestört wird.

Der Kesre Bay Strand liegt direkt am Adult-Only-Bereich und ist nur ab 18 zugänglich. Hier finden sich auch Marvy Spa Angebote auf einem Steg direkt über dem Meer. Zum Nachmittag hin wurde hier gelegentlich auch Musik aufgelegt, was uns persönlich allerdings etwas gestört hat. Dennoch ist es hier insgesamt deutlich leiser und entspannter als am Marvy Bay.

Aquapark

Besonders spannend für das jüngere Publikum ist der Aquapark. Fünf Wasserrutschen stehen zur Verfügung, davon sind zwei allerdings nur ab 16 Jahre nutzbar. Geöffnet sind sie von 10:00-12:00 Uhr und 14:00-17:00 Uhr. Weitere Regeln zum Aquapark können in einem Flyer erreichbar über die Club Marvy App nachgelesen werden.

Neben den Wasserrutschen gibt es auch noch mehrere Planschbecken und Spielgeräte für Kleinkinder, die auch gut besucht wurden.

Aktivitäten & Unterhaltung

An Freizeitaktivitäten, Sportangeboten und Unterhaltung hat der Club Marvy einiges zu bieten. Neben einem Fitnessstudio werden mitunter Yoga, verschiedene Tänze (Hip-Hop, Dancehall, …), Beach Volleyball, Pilates und Cardio-Training geboten.

Für die jüngeren Gäste gibt es den Mai Kids Club (4-12 Jahre) und Marvy Youngsters (13-18 Jahre), wo altersgerechte Unterhaltung und Aktivitäten geboten werden. Auch hier erwartet einen nicht das „Standard-Programm“, das man häufig aus „Mini-Clubs“ kennt.

Club Marvy bietet zudem Workshops an, beispielsweise kann man sich am Cocktail mixen versuchen, Sticken lernen, oder Schmuck herstellen. Leider gab es während unseres Aufenthalts kaum ein Angebot.

Das „Mar Spa“ und „Mar Spa Kesre Bay Plage“ bietet verschiedene Spa-Angebote gegen Aufpreis. Ich habe keinen Vergleichswert, da mich Spa-Angebote noch nie gereizt haben, aber mit 45€ aufwärts scheinen die Preise im Rahmen zu sein.

Zudem haben wir nahe der Stage-Bar einen Nachtclub entdeckt, zu dem ich aber nichts in der Club Marvy App finden konnte. Möglicherweise ist er wegen der aktuellen Corona-Lage nicht geöffnet.

Das einzige Unterhaltungsangebot, das wir selbst genutzt haben, waren die „Marvy Sessions“, die uns auch wirklich positiv überrascht haben. Zwischen 21:45 – 23:15 spielen täglich Bands oder DJs an verschiedenen Orten auf der Hotelanlage. Anstatt mehr schlecht als rechten Coverbands bekommt man hier wirklich begabte Musiker zu sehen. Ob die Musik einem zusagt, ist natürlich Geschmackssache, aber musikalisch war es wirklich gut. Von Reggae über Pop/Rock bis hin zu Dancehall ist hier alles vertreten gewesen.

Service

Die Hotelangestellten sind vorwiegend jüngeren Alters. Ich bin nicht gut im Schätzen, aber ich habe maximal 3 Angestellte gesehen, die über 45 gewesen sein dürften. Viele Angestellte waren tätowiert, und unter der Bedienung fanden sich auch viele Frauen, was meiner Erfahrung nach in Hotels in der Türkei hauptsächlich beim Reinigungspersonal vorkommt (zumindest an der türkischen Riviera). Wir hatten den Eindruck, dass die Mentalität hier westlicher ist als wir es von südlicheren Teilen der Türkei gewohnt waren.

Leider beherrscht der Großteil des Hotelpersonals Deutsch gar nicht und Englisch nur bedingt. Man ist hier also definitiv auf Englisch oder den Google Übersetzer angewiesen.

Zum Service können wir eigentlich nichts Negatives berichten. Während unseres Aufenthalts waren zwischenzeitig viele türkische Familien anwesend, da bedingt durch das Fest des Fastenbrechens (Ramazan Bayramı) Feiertage waren. Während dieser Zeit wurde es schon recht voll im Hotel und die Bedienung war etwas überlastet. Wir haben zwar immer sofort einen Tisch beim Essen bekommen, aber man musste gelegentlich schon einmal 5 Minuten auf die Aufnahme der Getränkebestellung warten. Dass deutsche Urlaube nicht den Großteil der Hotelgäste ausmachen, konnte man auch daran bemerken, dass die meisten Kellner mit „Radler“ nichts anfangen konnten. Nachdem wir erklärten, was ein Radler ist, sagte einer mit einem Lächeln im Gesicht „Ah! Alman-Drink!“, was uns herzlich lachen ließ.

Bei Fragen steht sowohl das Personal an der Rezeption, als auch der „Marvy Assist“ vor Ort, telefonisch oder per WhatsApp zur Verfügung. Insbesondere die Leute vom „Marvy Assist“ sprechen sehr gut Englisch und sind auch super hilfsbereit. Ich hatte angefragt, ob ich unter Wahrung der Privatsphäre der Gäste in den frühen Morgenstunden mit meiner Drohne einige Fotos von der Hotelanlage machen dürfe. Leider sagte man mir, dass man das aufgrund der Privatsphäre der Gäste nicht erlauben könne.

Corona-Maßnahmen

Nun kommen wir wohl zum einzig Negativen, das wir berichten können. Wir hatten das Hotel unter anderem gewählt, da es ein „Safe Tourism“-Zertifikat hat. Wir sind in der Hinsicht zwar nicht paranoid, aber wollen das Risiko einer Infektion – egal welcher – dennoch so gering wie nötig halten, denn wer ist schon gerne im Urlaub krank?

Von den in Online-Bewertungen genannten Maßnahmen konnten wir so gut wie nichts feststellen. Sowohl die Gäste, als auch das Personal trugen keine Masken und eingezeichnete Laufwege beim Buffet wurden nicht eingehalten. Es standen dafür aber genügend Desinfektionsmittelspender herum und die Tische in den Restaurants wurden nach jeder Nutzung desinfiziert. Trotz der wenigen Maßnahmen fühlten wir uns nicht unsicher, aber das ist ja auch eine persönliche Empfindung.

Doch jetzt kommt der wirklich negative Part: Zwei Tage nach unserer Ankunft bekam mein Mann Halskratzen, Husten und Schnupfen. Ich hatte zu dem Zeitpunkt lediglich etwas Halsschmerzen. Da auf unserem Hinflug ein Passagier direkt hinter mir saß, der meinte, seine Maske herunterziehen und durch die Gegend husten zu müssen, war uns schnell klar wo wir uns angesteckt haben mussten. Bei Check-In hatten wir unterzeichnet, dass wir uns bei Corona-Symptomen bei der Rezeption melden würden und wir im Falle einer Erkrankung auf unserem Zimmer in Quarantäne müssten und dort verpflegt werden würden. Mein Mann rief also bei der Rezeption an, beschrieb seine Symptome und fragte, ob er einen Corona-Schnelltest machen könne. Man sagte uns, der Hoteldoktor würde auf unser Zimmer kommen. Wir saßen da nun also beide mit FFP2-Masken, als der „Doktor“ an der Tür klopfte. Ein ~25 jähriger Mann kam herein, bekleidet mit einer Hose und einem Poloshirt, welche durch ihre „112“-Aufdrücke eher an einen Notfallsanitäter erinnerten. Um den Hals trug er ein Stethoskop, um Mund und Nase….nichts. Keine Maske weit und breit, auch nachdem wir ihm unsere Symptome nannten. Dazu muss gesagt werden, dass der „Doktor“ weder Deutsch noch Englisch sprach und wir uns mit Händen und dem Google Übersetzer verständigen mussten. Man sagte uns, wir sollten mit in sein „Doctor Office“ kommen, zu dem wir mit einem der E-Mobile gebracht werden sollten. Der „Doktor“ hielt eines an, auf dem bereits Hotelgäste saßen und wies uns an, dass wir dazu steigen sollten. Mit der geringen, aber doch vorhandenen Möglichkeit Corona-positiv zu sein, setzte man nun also auch noch andere Gäste bewusst einem wenn auch geringen Risiko aus, wodurch wir uns noch unwohler fühlten. Im schlechtbeleuchteten „Doctor Office“, einem umgebauten Hotelzimmer, angekommen, wurde bei meinem Mann Fieber gemessen, in den Rachen geschaut (auch das ohne Maske vonseiten des „Doktors“) und noch einmal nach Symptomen gefragt. Der „Doktor“ zückte einen Block, schrieb etwas darauf und erklärte uns per Google Übersetzer, dass er meinem Mann eine Rezept für ein Antibiotikum ausgestellt hatte, das man im Krankenhaus abholen müsse, er uns bei der Übersetzung etc. aber helfen würde. Wie der gute Herr auf Antibiotika kam, ohne überhaupt zu wissen, ob die Erkrankung bakteriell oder viral war, ist uns bis heute ein Rätsel. Mein Mann machte ihm jedenfalls klar, dass er kein Antibiotika , sondern nur einen Corona-Antigentest machen wolle. Es wirkte etwas widerwillig, aber der „Doktor“ machte schlussendlich einen Test bei meinem Mann (diesmal mit Maske). Nach 15 Minuten Wartezeit hatten wir das Ergebnis: negativ. Soweit so gut. 25 Euro ärmer durften wir gehen ohne weitere „Auflagen“. Die Tage drauf, insbesondere als wir beide am gelegentlich Husten waren, trugen wir vorsichtshalber Maske am Buffet und an Orten, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden konnte. Wir versuchten noch in der Apotheke vor dem Hotel an Antigentests zu kommen, doch der Apotheker erklärte uns, dass man in der Türkei Antigentests nur beim Arzt oder im Krankenhaus machen könne und sie nicht frei erwerblich sind.

Unsere Erwartungen an die Hygienemaßnahmen im Hotel wurden zwar nicht erfüllt, da wir mit mehr Maßnahmen gerechnet hatten, deswegen fühlten wir uns aber nicht minder wohl. Da ich keine Vergleichswerte zu „Hoteldoktoren“ habe, kann ich nur etwas zu diesem berichten und dieser hat uns leider enorm enttäuscht. Von einem 5* Hotel mit internationalen Gästen erwarte ich dann doch einen Arzt, der entsprechend Vorsicht und Sorgfalt walten lässt, zumindest Englisch-Basics beherrscht und einem nicht wegen einer Erkältung ein Antibiotikum verschreiben will.

Fazit

Auch wenn wir 3/4 unseres Urlaubs krank waren, uns viel auf unserem Zimmer aufhielten, nicht alle Restaurants besuchen konnten und nicht alle Unternehmungen außerhalb wahrnehmen konnten, die wir geplant hatten, waren wir mit dem Hotel dennoch mehr als zufrieden. Die Doktorgeschichte trübt zwar etwas die positiven Erfahrungen, aber letztendlich besteht ja immer die Möglichkeit sich anzustecken – auch vor Corona schon – und da wir keine großartigen medizinischen Vorgeschichten haben, ist die ärztliche Versorgung im Hotel nicht das, was für uns ausschlaggebend ist.

Im Club Marvy kann man auf alle Fälle einen entspannten Urlaub in stylischer Umgebung genießen. Die 5* werden unseren Erfahrungen nach für türkische Verhältnisse definitiv eingehalten, wenn nicht sogar übertroffen. Das Essen ist in den meisten Fällen überdurchschnittlich gut, die Unterhaltung am Abend kann sich definitiv sehen und hören lassen und ist nicht nur eine Art „Pflichtangebot“ seitens des Hotels. Die Hotelangestellten sind durchweg freundlich und bemüht, auch wenn nicht immer auf alle unsere Wünsche eingegangen wurde oder werden konnte.

Da wir außerhalb des Hotels leider auch nicht alle unsere Unternehmungen wahrnehmen konnten, werden wir sehr wahrscheinlich wieder kommen – das nächste mal dann vorsichtshalber mit Antigentests und Süßstoff im Gepäck.

Du warst auch schon einmal im Club Marvy oder hast Fragen? Hinterlass gerne eine Nachricht in den Kommentaren!

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